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Geschichte
Eine verlassene Insel, die aus den Tiefen des Indischen Ozeans aufgetaucht ist und welche auf der Route nach Indien, Gewürzen und Gold angesiedelt ist. Die Insel Réunion, früher Île Bourbon, war echter Garten Eden, ein bevorzugter Ort für Erforschungen aus der Zeit der Handelsmarine.
Die Insel wurde zum ersten Mal am 29. Juni 1646 in Besitz genommen, dem Festtag der Apostel Pierre und Paul, daher der Ursprung des Namens Saint-Paul.
Die ausgedehnte Bucht von Saint-Paul, die als der beste Ankerplatz der Insel galt, ist natürlich der Anfangspunkt der französischen Besiedlung. Die ersten Franzosen ließen sich an diesem Ort nieder. Von dort gingen die Kolonisten in Richtung der weiten Ebenen (den Plaines) und der gesamten Westküste.
Ab 1663, ließ sich eine erste Gruppe von Leuten permanent in Saint-Paul, in der Nähe der „Grotte des Premiers Français“ (der Grotte der ersten Franzosen) nieder.
Es handelte sich dabei um Louis Payen, Pierre Pau, zwei Franzosen aus Madagaskar, die von zehn madagassischen Angestellten begleitet wurden, unter denen man drei Frauen zählte.
1665 erreichte Etienne Régnault, der erste Gouverneur von Réunion, begleitet von zwanzig Kolonisten, die Insel. Sie hatten die Befehle der indischen Kompanie. Mit ihrer Ankunft begannen sie den intensiven Getreide-, Reis-, Tabak- und Weinanbau am Ausläufer von Savanna, einem Ort namens "Vieux Saint-Paul".
Zu dieser Zeit ist l’Etang eine außergewöhnliche Nahrungsquelle, und findet Bewunderung bei Reisenden, die auf der Durchfahrt sind.
In ihren Aufzeichnungen schwärmten sie unentwegt von silberfarbenen Fischen, armlangen Aalen und Schildkröten...
Später, um den Handelsverkehr mit den Schiffen zu vereinfachen, und um einen Zwischenstopp in der Bucht machen zu können, bauten die Einwohner großartige Wohnsitze auf den Küstengebieten „50 Schritte des Königs“ zwischen dem Etang-Gebiet und dem Ozean Auf dem Küstengebiet, das für die Kompanie reserviert war, wurden Verwaltungsgebäude und Läden errichtet.
Der Gouverneur Etienne Régnault, der als der Vater der Verwaltung von Réunion angesehen wurde, war der Erste, der an die wirtschaftliche Entwicklung der Insel glaubte.
In diesem Zusammenhang verfasste er den ersten Bericht, der die Möglichkeiten der Insel vorstellte, aber auch die Schwierigkeiten darstellte, die auf Grund der Entfernung zu Frankreich existierten.
Zwar fehlte es nicht an Nahrung, doch die Kolonisten beklagten sich über die Aufgabe der Insel durch die indische Kompanie. Er prangert ebenfalls an, dass es unmöglich ist mit vorbeifahrenden Schiffen Handel zu betreiben, dass es nur wenige gewissenhafte Gouverneure gibt, die nicht an ihre eigenen Interessen denken und schließlich, dass es einen offenkundigen Mangel an sehr wichtigen Dingen gibt.
Trotz allem, sind die Berichte der Reisenden enthusiastisch und es kommen immer mehr mehr Männer und Frauen auf die Insel, die hier ihr Glück suchten.
Viele blieben. Sie ruhen heute auf einem der ältesten Friedhöfe der Insel, dem Cimetière Marin (Meeresfriedhof). Diese Pioniere hießen Fontaine, Damour, Nativel, Payet, Vallée, Launay, Royer, Touchard, Hoarau, Cadet, Caron, Tessier, Petit, Perrot, Arnold, Duhammel, Bellon, Dennemont, Mollet.
1686 besteht die schwarze Bevölkerung von Saint-Paul aus 57 Männern, 27 Frauen und 24 Kindern und die weiße Bevölkerung für ihren Teil setzt sich aus 55 Männern, 36 Frauen und 110 Kindern zusammen, das heißt eine Gesamtzahl von 309 Einwohnern.
Die ersten Kolonisten sind französisch, holländisch, portugiesisch, venezianisch oder eine Mischung aus indisch und portugiesisch, wie Françoise Chatelain, genannt "die Großmutter aller Réunionesen".
1703 zählt Saint-Paul 30 bis 35 Wohnungen. Die Mehrheit der 500 Einwohner, die die Insel zählt, lebt dort.
Zwanzig Jahre später, nach einem großen Feuer, baut sich die Stadt wieder auf und dehnt sich aus. Man baute schöne kreolische Häuser in der Nähe der Chaussée Royale, die noch heute von riesigen Tamarins Bäumen, echte historische Monumente, ebenso wie von den Überresten der majestätischen Tore gesäumt wird.
Jedoch folgten weitere Sorgen/Rückschläge und Saint-Paul verlor nach und nach seine überwiegende Rolle.
Der Zyklon von 1718, der "Le Vieux Saint-Paul" zerstörte und die Einführung des Kaffeeanbaus verhinderte, verursachte 1719 das Anhalten der Verbote, die die Kolonialisation in der Ravine von Trois-Bassins einschränkten. Die Ansiedlung auf den reichen Böden des Südens, auf denen auch Kaffeebäume und Gewürzbäume wuchsen, bewirkte, dass St. Paul, auf Grund seiner Isolierung von dieser Gegend durch die trockenen Böden von Saint Leu, ziemlich unterging.
Der Gnadenstoß wurde 1738 gegeben, als Gouverneur Mahé von Labourdonnais Saint-Denis als Hauptstadt wählte. Saint-Paul blieb trotzdem gerichtlicher Hauptort bis 1833.
1790 wird Saint-Paul eine Kommune, am Tag nach der Revolution.
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ruinierte die Konkurrenz von den Antillen die Besitzer von Kaffeeplantagen. Das Zuckerrohr machte es wieder möglich, dass ab 1816 diese Tätigkeit in dieser Region wieder ausgeübt werden konnte.
Gegen 1848 liegt die maximale Anbauhöhe der Kulturen bei 600 Metern, einige Jahre später bei ca. 1000 Metern.
Da der Anbau von Zuckerrohr eine große Anzahl an Arbeitskräften erfordert, die zuerst sklavisch war, später dann bezahlt wurde, entwickelt sich die Bevölkerung von Saint-Paul sehr schnell: 20.000 im Jahr 1810, 1851: 15.000 und 1870: 22.000, bevor die Bevölkerungsanzahl 1882 erneut auf 18.000 Menschen zurückging.
Dieser letzte Rückgang erklärt sich durch mehrere Faktoren. Zunächst erlebte die Rohrindustrie eine bedeutende Krise.
Außerdem stellte die Eröffnung des Hafens von Pointe-des-Galets die Bucht von Saint-Paul in den Schatten
Die Geranien-Kultur brachte der Gemeinde im Westen einen Anstoß.
Ein wenig später, im ersten Teil des letzten Jahrhunderts, kommt die vollständige Nutzung der Höhenlagen voll zur Geltung, insbesondere nach dem Abholzen zahlreicher Wälder.
Im Jahre 1926 hat Saint-Paul eine Bevölkerung von 20.000 Einwohnern. Erst 1974 wird die Einwohnerzahl die 50.000 überschreiten.
Zur letzten Zählung im Jahre 1999 hatte Saint-Paul 87.712 Einwohner.
Obwohl Reunion im Jahre 1946 den Status eines Departements erlangte, wurden die ersten Wirkungen bei Saint-Paul in den sechziger Jahren bemerkbar.
Nach seiner Ernennung zur Unterpräfektur im Jahre 1970, zählt die Stadt heute 67 Grund- und Mittelschulen, 9 Collèges, sowie 5 Gymnasien.
Seit 2002 gehört Saint-Paul zu einer Gemeinschaft von Gemeinden und besitzt neben dem großen Stück Land von mehr als 500 Hektar in der „Omega-Cambaie-Gegend“, besonders viele Vorteile.
Obwohl die Landwirtschaft in Saint-Paul immer noch wichtig ist, hat die Gemeinde schon lange andere Stärken entwickelt, darunter den Tourismus. |